Der eigene Nutzgarten auf dem Balkon

Das Gärtnerjahr und das „natürliche“ Jahr beginnen im März. Der Februar eignet sich also besonders gut dafür, sich zu überlegen, ob man auf dem Balkon in diesem Jahr nicht das Gärtnern ausprobieren möchte. Schon seit Jahren geht der Trend auch unter Stadtmenschen immer mehr in die Selbstversorgung. Denn Bio-Gemüse und -Obst, cleanes Kochen und regionale Küche sind gesund, modern und machen nicht zuletzt Spaß. Damit der Start in den gesunden Genuss nicht allzu kompliziert – und teuer – wird, gibt es hier ein paar Tipps für den Start in den eigenen Küchengarten auf dem Balkon. Denn wenige Quadratmeter Grundfläche sind bereits absolut ausreichend für den Nutzgarten, Stichwort: vertical gardening.

Gärtnern macht Spaß und lohnt sich

Gärtner sind Menschen, die nicht nur Spaß an der Gartenarbeit haben, sie wollen auch in den Genuss dieser Arbeit kommen. Das Großartige am Balkongärtnern ist, dass auch Laien sehr schnell erste Erfolge spüren und genießen können. Die meisten unerfahrenen Gärtner schrecken vor der Anschaffung eines eigenen Gartens zurück. Verständlich, denn im Gegensatz zum saisonalen Gärtnern auf dem Balkon ist die Gartenarbeit im Pachtgarten eine Daueraufgabe. Auch das Wetter macht einem auf dem Balkon weniger zu schaffen und die lästige Anfahrt fällt natürlich weg. Lauter Gründe also, wenigstens eine kleine Ecke des Balkons in einen Nutzgarten umzubauen. Die Herausforderung ist überschaubar, denn die Balkongarten-Saison dauert gerade einmal von April bis Oktober. Da kann man sich im ersten Jahr mit Kräutern und einfachen Gemüse-Pflanzen herantasten.

Welche Gemüse-Sorten eignen sich für das Balkongärtnern?

Grundsätzlich braucht es für den Balkongarten keine besonderen Sorten, dennoch eignen sich robuste und anspruchslose Gemüsepflanzen besser als komplizierte. Das gilt nicht nur bei einem Anfänger-Garten, denn die teils schwankenden Wetterbedingungen auf einem Balkon können schon recht anstrengend werden. schwanken. Da bietet es sich an, wenn man beispielsweise eine alte Tomatensorte angepflanzt hat, die den Sturm samt Hagelschauer ebenso erträgt wie die sommerliche Stauhitze, während der sich kein Lüftchen regt. Zwar gibt es speziell gezüchtete Balkontomaten, deren Pflanze vergleichsweise recht klein bleibt. Doch auch die Wildtomaten wie Rote Murmel, Pubescens und Humboldtii sind pflegeleicht und brauchen nicht ausgegeizt zu werden, das heißt, sie wuchern nicht unkontrolliert, ohne an den Zweigen zu tragen.

Vorsorge und Schutz sichern die Gemüse-Ernte

Außerdem sind sie weniger anfällig für Kraut- und Braunfäule, die Tomaten sich sonst gerne einmal bei zu feuchten Sommern einholen. Dennoch sollten Tomaten generell nicht zu eng stehen und dürfen auch auf dem Balkon, wenn dieser nicht überdacht ist, in ein Tomatenhaus, ein speziell für Tomatenpflanzen konzipiertes Gewächshaus. Auch eine sogenannte Tomatenhaube erfüllt zwar ihren Zweck, doch oft sind die Folien zu eng bemessen. Drücken die Pflanzen erst einmal gegen die Folienwände, entsteht Staunässe, die wiederum das perfekte Pilzklima bildet für Krankheiten.

Salat, Gemüsebeilagen und Snacks vom Balkon auf den Teller

Neben den Tomaten eignen sich auch Mangold oder Neuseeländer-Spinat für die Anzucht auf dem Balkon, denn beide gedeihen wunderbar in Kübeln und kommen immer wieder, so dass die Ernte den ganzen Sommer hindurch garantiert ist. Gleiches gilt für den Amerikanischen Pflücksalat: er braucht nicht viel Platz, ist recht anspruchslos und lässt sich die ganze Saison über ernten. Nimmt man ihm jeweils nur die äußeren Blätter für die benötigte Portion ab und lässt die inneren stehen, wachsen diese zügig wieder nach. Grundsätzlich kann auf dem Balkon alles gehalten werden, was schmeckt, zügig wächst und im ersten Jahr trägt. Abzuraten ist lediglich von stark wuchernden, rankenden oder Platz einnehmenden Pflanzen. Dazu zählen Kartoffeln oder Kürbisse, ebenso Melonen. Allerdings gibt es im Handel inzwischen besondere Züchtungen, die klein bleiben sollen. Hier lohnt sich der Versuch vielleicht. Auch das neu gezüchtete Stangenobst wie Birne, Pflaume und Beerensorten können je nach Größe des Balkons dort gehalten werden.

Der obligatorische Kräuterkasten für Mensch, Biene und Schmetterling

Auch an Kräutern darf es natürlich nicht fehlen. Schnittlauch, Petersilie, Frühlingszwiebeln und Liebstöckel, auch als Maggikraut bekannt, kommen mit unserem Klima so gut zurecht, dass sie kaum Pflege benötigen. Einige der mediterranen Kräuter können direkt an der Hauswand sogar über den Winter draußen bleiben: Salbei, Rosmarin und Lavendel zum Beispiel sind dank ihrer ätherischen Öle, die sie auch für die Küche so beliebt machen, gut vor leichtem Frost geschützt. Letztere halten zudem Schädlinge wie Schnecken von den umliegenden Pflanzen fern. Die findet man auf dem Balkon zwar selten, wenn ein Vogel einmal eine mitgebracht hat, aber gut zu wissen ist es dennoch. Die blühenden Kräuter sind nicht nur für uns Menschen nützlich und schmackhaft, auch die Bienen und andere Insekten freuen sich über ihren süßen Nektar. Mit dem Balkongarten lässt sich so auch auf kleinstem Raum eine Menge bewirken.

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