Gurken aus dem Beet – Ein Allrounder in der Küche

Die Gurke ist ein Ganzjahresgemüse, das von unseren Tellern nicht mehr wegzudenken ist. Wir essen sie aus dem Glas in allen möglichen Varianten: eingelegt in Knoblauch, Dill, Senf, Honig, Chili, Zwiebeln, Pfeffer. Die Gurke schmeckt in Scheiben gehobelt als Salat zum Grillfleisch, auf dem Buffettisch, auf Brot, mit Käse, Fleisch und Fisch. Selbst roh und ohne ein einziges Gewürz ist eine frische, knackige Salatgurke immer einen Snack wert. Wem läuft da nicht das Wasser im Mund zusammen?

Die Gurke als Vitaminlieferant

Gurken sind wahnsinnig gesund. Sie besitzen kaum Kalorien, dafür aber bis zu 97% Wasseranteil und dennoch jede Menge gesunder Inhaltsstoffe wie diverse B-Vitamine, Vitamin C, K, Kalium und Eisen. Eigentlich könnte man sie also quasi unter jede Käsescheibe auf’s morgendliche Butterbrot legen. Um so richtig gute, gesunde Gurken zu erhalten, erntet man sie natürlich am besten selbst. Nur will die Gemüsefrucht nicht immer so wachsen, wie wir es gern hätten. Auch der Ertrag lässt in manchen Jahren zu wünschen übrig. Hier also ein paar Tipps, wie es mit der ertragreichen Ernte und so richtig vielen Gurken aus dem eigenen Gemüsebeet klappt.

Ertragreich und durchgehend ernten: so geht’s

Gesät wird von Anfang bis Mitte Mai direkt ins Beet, gerne noch unter einem Gemüsevlies oder einer Folie. Um auch zum Einlegen für den Winter genügend Gurken zu ernten, muss man es auf Masse anlegen. Das geht am besten im Freiland mit ausreichend Sonnenschutz. Den bringen die Gurken mit ihrem Laub zum Glück von Natur aus schon mit, man muss ihnen die schützenden Blätter nur lassen. Am wichtigsten ist für eine leckere Ernte der Gurken natürlich: Wasser, Wasser und noch mehr Wasser. Denn immerhin bestehen die Früchte ja aus beinahe nichts anderem. Wer früher schon Gurken im Freiland gepflanzt hat, kennt vielleicht noch die Kostprobe, die bei schlechten Wetterverhältnissen vorgenommen wurde. Trockenes oder unbeständiges Wetter führt nämlich besonders bei alten Sorten wie der Vorgebirgstraube oder der Sorte Delikateß zu teilweise bitteren Früchten. Auch eiskaltes Wasser aus der Leitung mögen Gurken nicht so gern. Am liebsten werden sie mit Regenwasser gegossen. Auch für ausreichende, regelmäßige Düngung sollte gesorgt werden, denn Gurken sind Starkzehrer. Wer das Beet schon im Herbst vorbereiten will, kann Kompost oder Mist einstreuen, das lässt den Boden humoser werden und liefert reichlich Huminstoffe. Beides mögen die Pflanzen.

Gurken wollen es gemütlich

Gurken sind Kürbisgewächse und kommen ursprünglich aus den Tropen. Sie lieben die Sonne, kommen aber auch mit Halbschatten zurecht. Sie mögen es weder zu trocken noch vertragen sie Staunässe, weshalb man sie gut mit Dämmen aus lockerer Erde umgeben kann, die die Umgebungswärme speichern. Auch Herbstlaub kann man gut auf die Wurzeln legen. Ideale Bedingungen schafft man mit einer Schicht Mulch auf dem Boden. Die verhindern, dass dieser zu schnell austrocknet. Auch Zugluft mögen Gurkenpflanzen nicht so gern. Am besten setzt man sie darum an geschützte Wände oder neben große, schützende Gewächse. Frei auf dem Beet oder auf einer Anhöhe würden sie hingegen einfach zu viel Wind bekommen. Bei plötzlicher Kälte durch Witterungsumschwung kann auch ein Gemüseschutzvlies auf den Pflanzen helfen. Deutlich einfacher ist es, gleich auf bitterfreie neuere Sorten zu setzen. Da empfehlen sich zum Beispiel Sonja oder Hybriden wie Diamant F1, oder ganz allgemein die neueren Züchtungen. Es lohnt sich, immer mal wieder ein Blick in die Gärtnereien zu werfen und sich beraten zu lassen.

Pflanz-Tipp: Wer keinen Platz für ein Beet hat, kann seine Gurkenpflanzen dennoch im Freien in einem großen Kübel ab mindestens 30 l Inhalt ziehen. Bis zu sechs Pflanzen können darin wachsen und gedeihen. Legen Sie als unterste Schicht unverrottetes Laub und darauf Pflanzerde mit Substrat oder Kompost, so brauchen Sie über die gesamte Saison nicht zu ernten und wohlig warm haben es die Gurken auf dem sich zersetzenden Laub ebenfalls.

Ernten, ernten und wieder ernten

Auch gibt es inzwischen recht viele kurze oder mittelkurz Sorten, die sich sowohl snacken als auch einkochen oder einlegen lassen. Zudem tragen diese Gurkensorten oft deutlich mehr, und das über die ganze Saison hinweg. Anreizen kann man sie übrigens mit regelmäßiger, sogar wöchentlicher Ernte. Die Pflanzen werden dadurch zu höherem Ertrag stimuliert und bilden schneller wieder neue Früchte aus. Viele neue Sorten sind rein weiblich, bei ihnen trägt jede Blüte eine Frucht, während sich bei älteren Sorten zuerst die männliche Blüte bildet, der Wochen später erst die weiblichen tragenden Blüten folgen. Wie bei den meisten Gemüsesorten für den Eigenanbau sollte bei der Wahl auch auf Krankheiten und Anfälligkeiten geachtet werden. Besonders gegen Mehltau sollte die Sorte, für die man sich entscheidet, gewappnet sein, denn er kann bei feuchtem Wetter schnell eine komplette Ernte vernichten.

Exoten im Beet und im Glas gefällig?

Freilandgurken sehen immer gleich aus? Von wegen: die meisten Sorten werden von uns zwar grün geerntet, entwickeln aber bei voller Reife eine gelbliche Färbung. Exotischere Sorten, wie zum Beispiel die Sikkim-Gurke aus dem nördlichen Indien bekommen ausgereift eine rissige, beinahe ledrige und braun-rötliche Haut. So ausgereift lässt sie sie auch besonders gut lagern. Sie hat eine dickliche, kurze Form und optisch wenig gemeinsam mit unseren hiesigen Sorten. Unausgereift lässt sie sich zum direkten Verzehr aber auch gut ernten und ist dann kaum von den einheimischen grünen Gurken zu unterscheiden. Wer es hingegen auf das Einlegen von Cornichons abgesehen hat, kann auf die alte Sorte der Vorgebirgstrauben zurückgreifen oder auf die neueren Excelsior F1. Sie sind sehr ertragreich, hochrankend, und bringen in kurzer Zeit viele Früchte. Dafür brauchen sie aber auch mindestens 10 qm Platz und sollten täglich geerntet werden.

Erntetipps für Gurken-Profis

Spenden Sie Ihren Gurkenpflanzen eine Rankhilfe, dann wachsen die Früchte auch bei flachen Sorten gerader und vor allem sauber. Hin und wieder bilden sich sogenannte Mehrlinge, das sind zwei oder drei Früchte an einer Blattachsel. Erntet man die größte von ihnen zeitig, schießen die anderen nach und erlangen ebenfalls eine ausreichende Größe. Reißen oder brechen Sie die reifen Gurken aber keinesfalls einfach ab, das schadet den empfindlichen Trieben. Mit einem scharfen Messer oder einer Schere lassen sich die Früchte am besten lösen.

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