Lang vergessene Schönheiten: Buntnesseln in Haus und Garten

Blüten brauchen sie nicht, um zu leuchten und zu erfreuen. Buntnesseln sind mit ihrem Blattwerk wahre Farb- und Musterkünstler. Wer Abwechslung in seinen Garten oder auf die Fensterbank bringen möchte, kann das mit den einjährigen Stauden hervorragend hinbekommen. Besonders ein Mix aus Stauden und Sommerblumen bildet einen außergewöhnlichen Hingucker.

Hell und sonnig will das Blattwunder stehen

Buntnesseln stehen gerne an einem hellen und sonnigen Standort. Nur wenn sie ausreichend Licht bekommen, können die Nesseln nämlich ihre volle Farbpacht in den Blättern entwickeln. Schattige Standorte wirken sich häufig negativ auf die Farbentwicklung aus. Da die Buntnesseln aber genau wegen dieser farbigen Blätter beliebt sind, ist es ratsam, ihnen den Wunsch nach einem hellen Plätzchen zu erfüllen. Die Farben der Blätter unterscheiden sich bei den circa 15 kultivierten Staudensorten. Von Rot über Gelb zu Weiß, Rosa, Grün und Braun ist eigentlich alles möglich. Und auch die Muster, die dabei auf den Blättern in ungewöhnlichen Farbkombinationen gezaubert werden, unterscheiden sich bei den verschiedenen Buntnesselarten.

Stressfrei ist der Zimmerpflanze am liebsten

Normale Zimmertemperatur ist für Buntnesseln optimal. Denn wenn sie frieren, werfen die Stauden leider ihre schönen Blätter ab. Unter 12°C sollte die Raumtemperatur für sie nicht fallen. Es versteht sich von selbst, dass die Pflanzen damit nicht winterhart sind. Buntnesseln haben es im Allgemeinen gerne gemütlich und stressfrei. Sie benötigen darum auch relativ viel Wasser, zumindest reagieren sie auf ausgetrocknete Erde wie auf Kälte gleich mit einem Abwurf der Blätter. Zudem möchten die Schönheiten alle zwei Wochen gedüngt werden. Wer dann noch neue Triebspitzen regelmäßig entfernt, wird mit üppigem Blätterwuchs belohnt. Auch die Blüten sind bei den Buntnesseln hübsch anzusehen, ragen meist schmal und schlank in die Höhe. Allerdings stecken die Stauden kaum noch Kraft in die Blattfarbe, wenn sie blühen. Als Gärtner muss man sich entscheiden: Blatt oder Blüte, was soll prunken?

Vermehrung und Aussaat von Buntnesseln

Vermehren lassen sich Buntnesseln ganz einfach über Stecklinge. Das geht in Innenräumen auch ganzjährig, am erfolgreichsten ist die Vermehrung der Stauden jedoch im Spätsommer. Dafür nimmt man circa 10 cm lange Triebe, die dann ausnahmsweise wachsen durften, und stellt sie in ein Wasserglas. Wenn sich die ersten Wurzeln gebildet haben, kann man die kleinen Buntnesseln in Erde oder Substrat umtopfen. Schön sehen auch die Ableger verschiedener Sorten in einem Topf aus. Buntnesseln lassen sich auch gut aussäen. Das gelingt besonders gut im Frühjahr ab März bei mindestens 22 Grad in Innenräumen. Ab einer Größe von mindestens 3 cm können sie dann pikiert werden. Setzt oder sät man sie eng zusammen, wachsen sie gemeinsam und sehr dicht in die Höhe und mixen dabei ihre unterschiedlich gefärbten Blätter – ein ganz besonderer Hingucker!

 

Lesen Sie auch: Zimmerpflanzen ohne Erde halten – Mit Hydroponik gehts

Leave a Comment: