Orchideen-Pflege im Winter und Frühjahr

Orchideen, besonders die Phalaenopsis als wohl beliebteste Orchideen-Art, sind vielfältige, schöne Zimmerpflanzen. Die Meinungen darüber, ob sie leicht oder schwer in der Pflege sind, gehen allerdings stark auseinander, ebenso die Ansichten darüber, wie genau denn diese Pflege auszusehen hat. Dabei ist besonders die bereits genannte Phalaenopsis die unkomplizierteste und dankbarste aller Orchideen. Sie eignet sich für Anfänger ebenso wie für Fortgeschrittene. Mit ein paar kleinen Tricks und vor allem einem achtsamen Blick auf die Regenwaldschönheiten blühen diese beinahe pausenlos und das ganze Jahr hindurch.

Schneiden, wässern, umtopfen

In ihrem natürlichen Umfeld wachsen Orchideen als Epiphyten, also als aufsitzende Pflanzen, auf den Bäumen des südamerikanischen Tropenwaldes. Damit sie sich in unseren europäischen Zimmern wohlfühlen, brauchen sie also eine etwas andere Pflege als die heimischen, Solitär-Pflanzen. So verwendet man für sie am besten ein spezielles Orchideen-Substrat. Inzwischen erhält man es nicht nur im Fachhandel, sondern in jedem Baumarkt und oft auch im Supermarkt um die Ecke, wenn dieser Orchideen führt. Das Substrat entspricht den Ansprüchen der empfindlichen Orchideenwurzeln. Sie brauchen Luft und dürfen nicht nass bleiben. Im groben Substrat erhalten die Wurzeln dafür ausreichend Luft.

Umtopfen nach der Winterblüte

Wenn sich der Winter auf seine letzten Tage zubewegt, steht die Sonne günstig für das Umtopfen von Orchideen. Denn wenn das Licht erst wieder deutlich kräftiger wird, wird das Wachstum der botanischen Schönheiten angeregt. Orchideen benötigen nicht unbedingt einen größeren Topf, wenn sie neu eingetopft werden sollen – daher ist „umtopfen“ nicht immer der richtige Begriff. Ausnahmen bilden stark gewachsene Exemplare oder solche, von denen man sich wünscht, sie würden an Größe ordentlich zulegen.

Der perfekte Zeitpunkt zum Umtopfen der Orchidee ist nach ihrer Blüte im Frühjahr. Achten Sie also darauf, dass Sie nur die Exemplare aus dem Topf nehmen, die mit der Blüte bereits durch sind. Das kann je nach Exemplar auch erst im April der Fall sein. Die alte Erde sollte vollständig aus dem Wurzelballen geschüttelt werden, bevor Sie die Pflanze in ein neues Gefäß setzen. Die Wurzeln müssen vorher von faulen oder vertrockneten Strängen befreit werden. Nehmen Sie dafür ein scharfes Messer und schneiden Sie glatte Kanten.

Sprühen, gießen oder tauchen?

Nun befindet sich die Orchidee in ihrem neuen – oder alten – Topf mit frischem Substrat und verfügt nur noch über gesunde und grüne Wurzelteile. Im Gegensatz zu anderen Zimmerpflanzen mögen gerade die Phalaenopsis es nun gar nicht, direkt gegossen zu werden. Stattdessen reicht ihnen ein leichter Sprühnebel. Alternativ kann die Orchidee auch von vornherein in ein wenig angefeuchtetes Substrat gesetzt werden. Doch weniger ist bei Orchideen und Wasser tatsächlich mehr: sie kommen mit Staunässe aufgrund ihrer in der Natur freihängenden Wurzeln wirklich überhaupt nicht zurecht.

Wie Sie Ihre Orchidee ab der dritten Woche nach dem Eintopfen mit Wasser versorgen, bleibt ganz Ihnen überlassen. Nis dahin sollte noch nicht gegossen oder getaucht werden. Wichtig ist bei jeder Art der Wasserversorgung lediglich, dass es nicht zu Staunässe kommt. Zudem mögen die Tropenpflanzen gern Regen- sowie kalkfreies Wasser. Auch hat es sich bewährt, sie mit lauwarmem Wasser und eher morgens als abends zu wässern.

Der beste Standort für die Orchidee

Die einen stellen Orchideen auf die Fensterbank des Südfensters, die anderen schwören, dass direkte Sonneneinstrahlung die zarten Pflanzen verbrennt. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Denn als Pflanzen der tropischen Regenwälder und sonnenreichen Regionen können Orchideen mit direkter Sonne eigentlich sehr gut umgehen, allerdings müssen sie sich erst daran gewöhnen, um nicht zu verbrennen. Ein sonniges Plätzchen mit ein bisschen Halbschatten, wenn die Sonne weiterwandert, ist perfekt. Aber Orchideen gewöhnen sich auch an pure Sonne und recken die Blütenhälse dann direkt ins Licht. Nur zu dunkel darf es auf keinen Fall werden. Das schwächt die gesamte Pflanze und begünstigt Schädlingsbefall mit Schmierläusen, Wollläusen oder Spinnmilben.

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